Ein Lagerbestand für Shop und Laden
Kunde: Tessanda
Handweberei seit 1928 – ein Shop, eine Kasse, ein Lagerbestand
| Kunde | Stiftung Manufactura Tessanda Val Müstair |
| Branche | Textilmanufaktur / Kunsthandwerk |
| Standort | Val Müstair 169, 7536 Sta. Maria V.M., Graubünden |
| Website | tessanda.ch |
| Leistungen | Komplette Shop-Migration von WooCommerce auf Shopify, Anbindung des POS |
Der Kunde
Die Tessanda in Sta. Maria im Val Müstair webt seit 1928 von Hand. Auf teilweise über hundertjährigen Webstühlen entstehen Küchen- und Tischtextilien, Bad- und Wohntextilien, Teppiche, Kissen, Baby- und Kindertextilien sowie Schals und Foulards aus Leinen, Hanf, Baumwolle und Seide – jedes Stück persönlich von einer Weberin hergestellt.
Die Manufaktur ist weit mehr als ein Produktionsbetrieb: Sie ist ein wichtiger Arbeitgeber für Frauen in einer strukturschwachen Bergregion, ein Ort für Führungen und Besucherinnen, ein Stück lebendiges Kulturgut. Diese Bedeutung ist auch aussen sichtbar geworden – im Anerkennungspreis 2026 des Kantons Graubünden, in der Empfehlung im «Switzerland – The MONOCLE Handbook» und im Neubauprojekt in Valchava, das Peter Zumthor realisiert.
Der Onlineshop musste diesem Anspruch technisch und gestalterisch gerecht werden und gleichzeitig ein sehr praktisches Problem lösen.
Die Ausgangslage
Handgewobene Ware ist per Definition knapp. Ein Küchentuch «Grischun» in einer bestimmten Farbkombination existiert nicht in beliebiger Stückzahl, sondern in genau der Menge, die gewoben wurde. Genau dieselben Stücke liegen im Laden in Sta. Maria, wo täglich Gäste einkaufen, und stehen zeitgleich im Webshop.
Ohne gemeinsame Datenbasis führt das unweigerlich zu Reibung: Bestände, die im Laden längst verkauft sind, aber online noch angeboten werden. Stornierungen und Entschuldigungsmails. Manuelle Inventurlisten, die parallel geführt und nie ganz aktuell sind. Und ein Team, das seine Zeit lieber am Webstuhl als in der Bestandspflege verbringt.
Dazu kam die gewachsene Shop-Umgebung: ein WooCommerce-Setup, das mit Updates, Plugins und Sicherheitsthemen laufend Aufmerksamkeit forderte, ohne dass daraus für die Tessanda ein Mehrwert entstand – und das für eine saubere Kassenanbindung keine tragfähige Basis war.
Die Aufgabe war deshalb doppelt: eine neue, wartungsarme Basis für den Verkauf und Ladengeschäft und Onlineshop endlich auf denselben Stand bringen.
Unsere Leistungen
Komplette Migration von WooCommerce auf Shopify Wir haben den gesamten Shop von WooCommerce auf Shopify migriert – Produkte, Varianten, Kollektionen, Inhalte und Kundendaten. Ein Sortiment mit vielen Farbvarianten, rätoromanischen Produktnamen und erklärungsbedürftigen Materialien lässt sich nicht einfach umkopieren; die Datenstruktur wurde im Zuge der Migration bereinigt und so aufgebaut, dass Farben, Grössen und Sets sauber abbildbar und pflegbar sind.
Anbindung des POS Der Ladenverkauf in Sta. Maria läuft heute über Shopify POS und greift auf denselben Produktkatalog und denselben Lagerbestand zu wie der Onlineshop. Ein Verkauf im Laden reduziert den Onlinebestand in Echtzeit – und umgekehrt.
Umzug ohne Sichtbarkeitsverlust Weiterleitungen, URL-Struktur und technisches SEO wurden so aufgesetzt, dass die über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit den Plattformwechsel übersteht.
Dazu kommen ein für den Schweizer Markt passender Checkout mit TWINT, Klarna und den gängigen Wallets sowie redaktionelle Bereiche für Geschichte, Ausstellungen, Neubauprojekt und Kundenstimmen.
Im Fokus: ein Bestand für beide Kanäle
Die eigentliche Wirkung dieses Projekts liegt nicht im Shop allein, sondern in der Verbindung von Shop und Kasse.
Vorher waren Laden und Webshop zwei getrennte Welten mit zwei Wahrheiten über denselben Bestand. Heute gibt es eine einzige: Jedes Stück ist genau einmal vorhanden, genau einmal erfasst und genau einmal verkaufbar – unabhängig davon, ob es im Val Müstair über den Ladentisch geht oder in die Deutschschweiz versendet wird.
Das entlastet an drei Stellen gleichzeitig:
Weniger Nacharbeit – keine Doppelerfassung, keine parallelen Listen, keine Stornierungen wegen überverkaufter Ware.
Verlässlichere Kundenerfahrung – was online verfügbar ist, ist auch tatsächlich verfügbar.
Bessere Grundlage für Entscheidungen – Abverkauf, Farbpräferenzen und Saisonalität sind über beide Kanäle hinweg auswertbar und fliessen in die Produktionsplanung zurück.
Für eine Manufaktur, deren Kapazität durch Handarbeit begrenzt ist, ist das kein Komfortgewinn, sondern ein betriebswirtschaftlicher: Jede Stunde, die nicht in die Bestandspflege fliesst, steht der Weberei zur Verfügung.
Das Ergebnis
Die Tessanda verkauft heute auf einer Plattform, die mit ihr wächst statt sie zu beschäftigen: ein moderner, schneller Onlineshop, ein Ladenverkauf auf demselben System und ein Team, das sich auf das konzentrieren kann, was die Marke ausmacht – das Weben selbst.